Das Komitee «NEIN zur Bürgschaft Rotenflue» erhält sehr viel Zuspruch und Unterstützung aus der Bevölkerung. Die nachfolgenden Leserbriefe zeigen das deutlich.

Verlust 

Die jährlichen Verluste aus dem Betrieb der Rothenfluh-Bahn AG belaufen sich auf 250’ – 750'000 pro Jahr. Bahnbetrieb und Restauration sind tiefrot. Nachhaltig tiefrot. Bisher haben unbekannte, liebe Sponsoren diese unglaublich hohen Verluste anscheinend jedes Jahr ausgeglichen. Aber diese Geschichte ist völlig intransparent. Bei keinem anderen Unternehmen richtigen sich die Sponsoreneinnahmen schön genau nach den jeweils angefallenen Verlusten. Wenn der Bezirksbürger nun dieser Bürgschaft zustimmt, dann verbessert sich die Betriebsrechnung der Bahn um lediglich rund 100'000 Franken – Verluste zwischen 150’ und 650'000 pro Jahr bleiben bestehen. In einer solchen Situation darf man nicht bürgen – weder als Privatperson noch als Bezirk.

Werner von Euw, a. Bezirksammann, Brunnen

Nun also doch

Der VRP der Rotenfluebahn, Roland Pfyl-Henseler, zieht den Entscheid des  Verwaltungsgerichtes  ans Bundesgericht weiter. Die Bahn wurde darin angewiesen, die für eine fundierte Beurteilung für die Erteilung einer Kreditgarantie wichtigen Dokumente öffentlich zu machen. Da die Abstimmung betreffend Kreditrisikogarantie des Bezirk Schwyz über 2 Mio. Franken zugunsten der Bahn am 7. März stattfinden wird, ist davon auszugehen, dass ein Urteil des Bundesgerichtes erst nach erfolgter Abstimmung ergehen wird. Es stellt sich somit die Frage, ob die Abstimmung bis zum Vorliegen des Urteils nicht zu verschieben ist? 

Erstaunlich, wenn nicht gänzlich unverständlich ist der Weiterzug ans Bundesgericht. Wenn jemand als Privatperson oder als Geschäft zu einer Bank geht, um eine Risikogarantie zu erhalten, verlangt jede Bank ganz selbstverständlich Geschäftsunterlagen wie z.B. Businesspläne, Bauabrechnungen etc. Wieso sollten die Kreditgeber des Bezirkes, die Bürgerinnen und Bürger also, nicht auch Einsicht erhalten in diese Unterlagen der Bahn? Sollen sie sich in blindem Vertrauen auf Aussagen der Bahn verlassen, die sich weigert, diese Unterlagen offen zu legen, andererseits aber  immer wieder betont, vollkommen transparent zu sein. Transparenz sieht anders aus.

Ob die Bahn aufgrund des bisherigen Geschäftsgebarens das bedingungslose  Vertrauen verdient, sei dahingestellt. Immerhin muss erinnert werden, dass die Bahn bisher schon rund 5 Mio. Franken à fons perdu Beiträge der öffentlichen Hand erhalten. Welche private Firma kann so ein Privileg sonst für sich in Anspruch nehmen? Trotzdem schiebt sie einen Verlustvortrag von rund 1 Mio. Franken vor sich her. Ist so die Aussage von Roland Pfyl-Henseler zu interpretieren, man sei auf Kurs? Entspricht das dem nicht veröffentlichen Businessplan?

Ich fordere die Verantwortlichen der Bahn auf, freiwillig die Bauabrechnung  und den Businessplan offen zu legen. Es ist nicht ersichtlich, worin hier schützenswerte Geheimhaltungsinteressen bestehen sollen, wenn dies in anonymisierter Form erfolgen kann.  Mit dem momentanen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden Kenntnisstand  kann nur ein vorbehaltloses Nein die Antwort auf das Bürgschaftsbegehren sein.

 

Richard Hürlimann, Schwyz

Begrüssenswertes Urteil 

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Rotenfluhbahn Unterlagen offenzulegen hat, die für eine umfassende Meinungsbildung in Hinsicht auf die Abstimmung vom 7. März, über eine Risikogarantie von Bezirk und Gemeinde Schwyz für die Bahn, von Wichtigkeit sind (Bote 7.1.21).  Es hat damit Jakob Schuler und Felix Weber Recht gegeben. Die Verantwortlichen der Bahn hatten sich mit gerichtlichen Mitteln gegen eine Veröffentlichung gesträubt. Sie werden zwar nicht müde zu betonen, dass sie für Transparenz seien. Wenn die öffentliche Hand 4 Mio. Franken garantieren soll mit der nicht unwahrscheinlichen Option, diesen Betrag auch tatsächlich à-fonds-perdu zu berappen, müssen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Möglichkeit bekommen, sich ein fundiertes Urteil darüber zu bilden, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. Es werden seitens der Bahn Businesspläne herumgereicht, die belegen sollen, dass alles in Butter sein wird, wenn nur diese Kreditgarantien gesprochen würden. Es gab aber gewiss bei der Planung der Bahn auch schon Businesspläne, die einen erfolgreichen Betrieb der Bahn voraussagten. Trotzdem befindet sich die Bahn seit Betriebsaufnahme in kritischem, finanziellem Zustand mit dauernden Liquiditätsengpässen. Da ist es doch verständlich, dass die Bürger etwas genauer hinschauen wollen, bevor sie der Bahn mit 4 Mio. Franken zur Seite stehen. Es wäre absolut unverständlich, wenn die Verantwortlichen der Bahn diesen Entscheid des Verwaltungsgerichtes weiterziehen würden. Sie sollten mit den ohnehin knappen finanziellen Mitteln der Bahn haushälterisch umgehen. Sonst müsste ich als verantwortungsbewusster Bürger einer Risikogarantie noch vehementer eine Abfuhr erteilen,  als es der Bezirksrat in seiner wohlbegründeten Botschaft an die Bezirksgemeinde schon getan hat.  

 

Richard Hürlimann, Schwyz